HM (Frauen) in Friedberg: Nadine Mercier holt Sprint-Krone und wird Zweite über 200 Meter - Svenja Clemens stürmt über 5000 Meter an die Spitze der deutschen Bestenliste der U20
  13.09.2020 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Die Top-Leistungen bei den hessischen Meisterschaften sind schnell aufgezählt. Bedingt durch den recht späten Termin blieben eine ganze Reihe an Spitzenkräften den Titelkämpfen fern, da sie sich bereits in der Saisonpause oder in der Regeneration befanden. Dies nutzte dann aber zum Teil einige Nachwuchskräfte, die noch am letzten Wochenende bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Heilbronn im Einsatz waren, für einen weiteren starken Auftritt.

Fangen wir mit dem Sprint an. Nach vier Vorläufen über 100 Meter war klar, dass eher bescheidene 13,15 Sekunden für die nächste Runde ausreichen. Mit Antonia Schrimpf (LG Fulda) und Nadine Mercier (ASC Darmstadt) hatten die beiden Favoritinnen mit 12,22 bzw. 12,26 Sekunden ein erstes Zeichen gesetzt. Im Halbfinale schaltete die Osthessin mit 12,12 Sekunden noch einen Gag hoch und Mercier markierte 12,26 Sekunden. Ein Gegenwind von - 1,4 Metern/Sekunden ließ dann im Finale keine weitere Steigerung zu. Doch es gab eine Überraschung. Die ASC-Athletin holte sich in 12,29 Sekunden sicher durch und holte den Titel. Schrimpf wirkte in der Endphase des Rennens etwas „fest“ und wurde mit 12,45 gestoppt. Einen Tick dahinter folgte mit 12,45 Sekunden Mira Baus (SG Schlüchtern).

Die neue Titelträgerin ging dann auch über 200 Meter in den Startblock musste hier mit 25,44 Sekunden klar die Überlegenheit von Vivian Groppe anerkennen. Die Sprinterin im Trikot der MT Melsungen gehört sogar noch der U18 (1. Jahr!) an und zeigte hier mit flotten 24,91 Sekunden allen Gegnerinnen die Hacken. Die Bronzemedaille ging mit 25,57 Sekunden an Helena Brich (LG Seligenstadt). Auch der Stadionrunde gab in der Saisonbestzeit von 57,07 Sekunden mit Antonia Unger (TV Wetzlar) eine Athletin der Nachwuchsklasse U20 den Ton an und setzte sich klar gegen Anna Hülsmann (LG OVAG Friedberg-Fauerbach) durch. Das Podium komplettierte hier Kim Goldbach (LG Alheimer/Rotenburg-Bebra/auch U20) in 57,82 Sekunden. Unger hatte am ersten Tag der Titelkämpfe ihre Paradestrecke, die 400 Meter Hürden, in 62,76 Sekunden gewonnen und kam damit ganz nah an ihre Saisonbestmarke von der DM (62,66 sec.) ran. Die weiteren HM-Medaillien gingen an Annika Bruntner (TV Neu-Isenburg/66,08 sec.) sowie Marina Zachartschuk (Hünfelder SV/66,29 sec./U20).

Doppeltes Edelmetall gab es auch für eine M30-Seniorin. Katharina Rach (MTV Kronberg) machte in einem eher taktisch gelaufenen 1500-Meter-Rennen in 4:41,88 Minuten alles klar. Gut drei Stunden später folgte dann der nächste Streich. Rach beobachtete das Geschehen über 800 Meter aus einer Verfolgergruppe, um sich dann in der zweiten Runde kontinuierlich nach vorne zu arbeiten, um  am Ende in 2:15,99 Minuten Zweite zu werden. Knapp davor rettete Sophia Wolf (TV Groß-Gerau) in 2:15,37 Minuten den Hessen-Titel ins Ziel. Bronze wurde nach 2:16,55 Minuten eine Beute von Svenja Sommer (ASC Darmstadt). Über die 5000 Meter gab es einen spannenden Zweikampf um den Sieg. Tania Moser (Spiridon Frankfurt) und Svenja Clemens (LG Odenwald) wechselten sich teilweise in der Führungsarbeit ab. In der Endphase setzte sich die Spiridon-Athletin doch ein Stück ab und lief mit guten 16:40,63 Minuten auf den zwölften Platz der deutschen Jahresbestenliste. Bärenstark auch die neue Bestmarke (16:46,42 min.) von Svenja Clemens (LG Odenwald), die noch der U20 angehört und hier mit ihrer Top-Zeit an die Spitze der deutschen Bestenliste stürmte.

Über die Kurzhürden setzte sich Laura Sewing (TSV Kirchhain) in 14,52 Sekunden knapp gegen die U20erin Laury Carilus (LAV Kassel/14,57 sec.) durch. In Abwesenheit der hessischen Spitzenreiterin Sarah Vogel (LG Seligenstadt/Saison beendet) war der Weg frei für ihre Teamkollegin Barbara Rickert. Die machte im Burgfeldstadion alles richtig und konnte mit der neuen persönlichen Bestmarke von 3,50 Metern die Goldmedaille bejubeln. Bei der Weitenjagd kratzte Siegerin Carolin Kupsch (SSC Velar) mit 5,96 Metern (SB) an der Sechsermarke. Dahinter reihten sich Lena Schröder (LAZ Gießen/5,67 m) sowie Helena Brich (LG Seligenstadt/5,57 m) ein. Im Dreisprung setzte sich Svenja Rühl (TSF Heuchelheim) mit 11,58 Metern ganz knapp gegen die U20-Springerin Julia Sturm (TSV Eintracht Stadtallendorf/11,55 m) durch. Beim Hochsprung reichten Nathalie Buschung (LG Eintracht Frankfurt) steigerungsfähige 1,68 Metern zum Titel.

Im Speerwerfen lieferten lediglich zwei Athletinnen Weiten jenseits der 40 Meter ab. Siegerin Emma Wörsdörfer (TV Elz) hatte mit 47,17 Metern Julia Fenn (ASC Darmstadt/41,86 m) sicher im Griff. Das Kugelstoßen war erwartungsgemäß eine ganz klare Angelegenheit für Patrizia Römer (ESV Jahn Treysa). Die Zehnte der deutschen Jahresbestenliste blieb in Friedberg mit 14,86 Metern nur knapp unter einer „15er-Weite“. Im Diskusring setzte sich Favoritin Charleen Zoschke (LG Eintracht Frankfurt) mit 48,65 Metern klar gegen Vanessa Wallisch (TSG Wehrheim/44,62 m) durch.