Mira Baus, Jana Becker, Maren Eberhard, Hawa Jallow, Finja Köchling, Carolina Schäfer und Carolin Schlung holen jeweils zwei HM-Medaillen bei den Hallen-Titelkämpfen der U20 in Hanau
  27.01.2022 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Man musste schon genau hinschauen, um die Siegerin über die 60 Meter zu bestimmen. Mit 7,64 Sekunden hatte schließlich Mira Baus (SG Schüchtern) die Nase vorne. Eine Zeit, die eventuell sogar fürs Finale bei der Jugend-DM in Sindelfingen reichen könnte. Carolin Schlung (SSC Bad Sooden-Allendorf/7,66 sec.) lag nur einen Wimpernschlag zurück. Die Hürden-Spezialistin Hawa Jallow (Wiesbadener LV) holte sich in 7,74 Sekunden die Bronzemedaille.

Nach „Silber“ im Kurzsprint konnte Carolin Schlung (SSC Bad Sooden-Allendorf) dann über 200 Meter mit 25,04 Sekunden den Hessentitel bejubeln. Die Vizemeisterschaft ging an Vivian Gruppe (MT Melsungen/25,17 sec.) und 60-Meter-Siegerin Mira Baus (SG Schlüchtern) hatte nach 25,58 Sekunden ihr zweites Edelmetall sicher.

Jana Becker (LG Wettenberg) zeigte über 400 Meter einmal mehr eine Gala-Vorstellung. Die U18-Athletin stellte mit hervorragenden 56,18 Sekunden eine neue Hallenbestzeit auf und wird damit in der älteren U20 bundesweit auf dem zweiten Platz geführt. In Sindelfingen tendiert Jana jedoch zu einem Start über die 800 Meter. Maren Eberhard (Eintracht Frankfurt) blieb als Zweite in 59,55 Sekunden auch noch unter der „60-Sekunden-Schallmauer“, hatte aber bereits ein größeren Rückstand. Für Paula Pelzer (ASC Darmstadt) leuchteten 60,01 Sekunden auf der Anzeigetafel auf.

Der Titel über 800 Meter ging nach 2:20,92 Minuten an Kristina Bijelic (TSG Niederhofheim). Auf den nächsten Plätzen folgten Sara Kiefer (Eintracht Frankfurt/2:21,77 min.) und Natalie Scrivener (SV Fun-Ball Dortelweil/2:22,29 min./noch U18).

Gute Zeiten lieferte das Spitzen-Trio über 1500 Meter. Vanessa Mikitenko (SSC Hanau-Rodenbach/noch U18), die zwischendurch Tempoarbeit geleistet hatte, kam nach 4:43,21 Minuten als Zweite ins Ziel und musste lediglich Sarah Köcher (LG Odenwald/4:42,06 min.) den Vortritt lassen. Auch sie gehört noch der U18 an. Carolina Schäfer (TG Schwalbach) wurde mit 4:45,62 Minuten gestoppt. Die drei Mittelstrecklerin belegen im aktuellen DLV-Ranking (U20) die Plätze vier, sechs und zehn.

Kein Gedränge auf der Rundbahn gab es über die 3000 Meter. Mit lediglich zwei Teilnehmerinnen war die Resonanz hör extrem schwach. Das hielt Carolina Schäfer (TG Schwalbach) aber nicht davon ab, im Alleingang starke 10,01,85 Minuten abzuliefern und damit in Deutschland auf den zweiten Platz der Jahresbestenliste zu laufen. Beachtlich, hatte Carolina doch schon die 1500 Meter vom Vortrag in den Beinen. Für Maybritt Böttcher (MT Melsungen) standen 10:41,24 Minuten auf der Urkunde.

Alles andere als der Titel über 60 Meter Hürden wäre für Hawa Jallow (Wiesbadener LV) auch eine herbe Enttäuschung gewesen. So kam es dann auch. Nach 8,53 Sekunden im Vorlauf packte Hawa im Finale noch ein Schippe drauf, flog in 8,41 Sekunden über die Ziellinie und kann damit als aktuell schnellste deutsche Hürdensprinterin zuversichtlich in Richtung DM blicken. Mia Haselhorst (Königsteiner LV/8,87 sec.) und Mehrkämpferin Lilly Müller (LAV Kassel/8,95 Sekunden) komplettierten das HM-Podium.

Über 4x200 Meter setzte sich das Team von Eintracht Frankfurt durch, das in der Besetzung Maren Eberhard, Nele Kühn, Anna-Lena Peine und Finja Köchling mit 1:43,38 Minuten (aktuell 6. In Deutschland) die Truppe der LG Wettenberg (1:44,15 min.) auf Distanz hielt, die 400-Meter-Siegerin Jana Becker in ihren Reihen hatte. Die Startgemeinschaft Frankenberg hatte das Staffelrennen nach 1:50,63 Minuten beendet.

Maike Schuster (LAV Kassel) meisterte als Hochsprung-Hessenmeisterin 1,71 Meter. Ein oder zwei Höhen mehr könnten dann in Sindelfingen für die Final-Teilnahme reichen. Platz zwei ging an Alicia Jara Stehl (TSV Gilserberg/1,68 m). Carmen Nowicka (Eintracht Frankfurt) und Annabelle Will (TV Eschhofen) packten beide 1,60 Meter. Die Adlerträgerin hatte bei den 1,55 Metern jedoch weniger Fehlversuche auf ihrem Konto.

Milena Sackewitz (TSV Kirchhain) flog im Stabhochsprung bei 2,90 Meter über die Latte. Amrei-Rieke Thomas (LG OVAG Friedberg-Fauerbach/2,80 m) trat als HM-Zweite die Heimreise in die Wetterau an und Karla Foos (LG Mörfelden-Walldorf) packte 2,50 Meter.

Mit einem Doppelsieg für Eintracht Frankfurt endete der Weitsprung. In Abwesenheit von Top-Springerin Masha-Sol Gelitz (GSV Eintracht Baunatal/bisher schon 5,89 Meter) gab es ein Verein-Duell zwischen Finja Köchling und Paula Hocfmockel. Nach sechs Sprüngen gingen bei Finja 5,44 Meter in die Wertung ein. Damit hatte  sie einen winzigen Zentimeter Vorsprung auf ihre Team- und Trainingskollegin Paula. Von hinten machte Tabea Vogel (TV Flieden) Druck, die auf 5,41 Meter kam.

Im Dreisprung hatte Theresa Lukas (LG Dornburg/1. Jahr U18) mit 10,79 Metern die von Lara Schmidt (TV Lauterbach/10,53 m) angeführte Konkurrenz im Griff. Liv Csavajda (LG Odenwald) durfte sich für ihre 10,24 Meter die Bronze-Medaille abholen.