Vier Hessen für Chorzow - HLV mit einem Quartett bei den "World Relays" in Polen gut vertreten
  15.04.2021 •     Leistungssport , Wettkampfsport


Zum 38-köpfigen Team (21 Männer, 17 Frauen) des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) für die (inoffiziellen) Staffel-Weltmeisterschaften im polnischen Chorzow gehören auch vier schnelle Hessen. Nach drei Ausgaben auf der Karibik-Insel Bahamas (2014, 2015, 2017) und einem Ausflug ins japanische Yokohama (2019) finden die globalen Titelkämpfe nun erstmals in Europa statt.

In der schlesischen Großstadt werden aus deutscher Sicht gleich sieben Teams auf die Jagd nach Edelmetall gehen. Auf dem Spiel steht im „Stadion Slaski“ auch noch die Qualifikation für Olympia in Tokio. Keine Sorgen um das Tickets nach Japan müssen sich die deutschen Frauen über 4x100 Meter machen. Hier stehen für das DLV-Quartett starke 41,67 Sekunden zu Buche, die Lisa Marie Kwayie, Yasmin Kwadwo, Tatjana Pinto und Gina Lückenkemper im September 2019 beim ISTAF in Berlin ablieferten. Die beiden erstgenannten Sprinterinnen sind in Polen wieder mit dabei. Hinzu kommen noch Amelie-Sophie Lederer (LG Stadtwerke München), Jessica-Bianca Wessoly (MTG Mannheim) sowie Rebekka Haase und Lisa Mayer (beide Sprintteam Wetzlar).

„Rebekka und Lisa machen hier im Trainingslager einen sehr guten Job. Das Team ist ja bereits qualifiziert. So lautet die Devise für Chrozow: Wechsel üben und optimieren und eventuell noch einen Tick schneller werden“, so DLV-Coach David Correll, der aktuell mit den schnellen Jungs und Mädels auf Gran Canaria am letzten Schliff für die Freiluftsaison arbeitet.

Ganz anders sieht die Ausgangslage bei den Männern aus. Der letzte Auftritt bei der WM in Doha war für Julian Reus, Joshua Hartmann, Roy Schmidt und Marvin Schulte in 38,24 Sekunden nicht ganz optimal und bereits nach dem Vorlauf beendet. Damit lag man am Ende der Saison 2019 in der Weltbestenliste lediglich auf Position 14 und in Europa auf dem fünften Rang. Die Truppe von Doha ist auch komplett in Chorzow wieder dabei. Hinzu kommen noch der Sprint-Shootingstar 2020 Denis Almaz (VfL Wolfsburg), Patrick Domogala (MTG Mannheim) und Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar), der sich im Trainingslager in starker Form präsentiert.

Auch die Teams über 4x400 Meter (Männer & Frauen) sowie die Mixed-Mannschaft (4x400 Meter) wollen in Polen nach Möglichkeit unter die Top-Acht laufen, um mit Olympia planen zu können. Hessen sind für diese drei Mannschaften jedoch nicht nominiert.

Lediglich bei den „World Relays“ werden 4x200 Meter angeboten. Hier komplettiert Steven Müller (LG OVAG Friedberg-Fauerbach) die HLV-Truppe. Der Mann aus der Wetterau muss sich auch keine Gedanken um einen Startplatz machen, da in seiner Disziplin exakt vier Männer nominiert wurden.

Nicht nach Schlesien reist Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar). Eigentlich war der Vize-Halleneuropameister von Torun (60 m) eine feste Bank für die deutsche 4x100 Meter Staffel. Doch im Trainingslager plagen den schnellen Frankfurter aktuell muskuläre Probleme. „Der Verzicht auf die Staffel-WM ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, um einen weiteren Verlauf der Freiluftsaison nicht zu gefährden“, berichtet sein Heimtrainer David Correll in einem Anruf von den Kanaren.